Sharing Stories
Sharing Stories I
Wenn Grosseltern ihren Enkel*innen Gutenachtgeschichten erzählen, entsteht ein Augenblick von gemeinsamer Nähe und aufmerksamen Zuhörens. Sharing Stories erforscht das Erzählen von Geschichten sowie das Zeichnen und das Veröffentlichen als künstlerische Mittel, um Austausch zu fördern – einerseits zwischen den Generationen und andererseits über Ländergrenzen hinweg.
In der ersten Ausgabe der Projektserie Sharing Stories arbeiteten wir im Oktober 2024 mit der Dogo Residenz und der Monterana Schule in Degersheim und in Lichtensteig zusammen. Die Fortsetzung des Projektes fand im September 2025 in Zusammenarbeit mit der lokalen Schule in Arasadzikh/i and mit dem Kunstraum SKLAD in Suchum/i statt. In beiden Regionen – Toggenburg und Abchasien1 wurden lokale Geschichten zwischen den ansässigen Familien, insbesondere deren Kindern, und den teilnehmenden Kunstschaffenden geteilt.
In Degersheim und Lichtensteig erstellten die Schulkinder mündliche und visuelle Dokumentationen unter Verwendung verschiedener Methoden wie Schreiben, Zeichnen und Tonaufnahmen. Das Resultat der ersten Phase mit den Kindern der Monterana-Schule wurde am 26. Oktober 2024 im Rathaus für Kultur in Lichtensteig präsentiert. Die mehrere Meter lange kollaborative Zeichnung wurde später am Artas Community Event im Kulturbüro Zürich ausgestellt, wo sie danach weiterhin zu sehen war, bis sie ihre Reise in Form von digitalen Scans nach Abchasien fortsetzte.
Da es den Kunstschaffenden mit Schweizer Pass nicht möglich war, nach Abchasien zu reisen, wurde das Projekt in den digitalen Raum erweitert. Diese äusseren Umstände verhinderten eine persönliche Zusammenarbeit der Künstler*innen während der zweiten Projektphase. Dies hatte erheblichen Einfluss auf den Prozess. Die Kunstschaffenden entwickelten diverse Strategien der Zusammenarbeit: Workshops wurden parallel durchgeführt, Material wurde ausgetauscht und wiederverwendet, die Kommunikation wurde intensiviert und auch der digitale Raum wurde eingenommen – durch die Gestaltung einer Webseite.
In der zweiten Phase wurden die künstlerischen Methoden – Schreiben, Zeichnen, Erstellen von Collagen, Zines und Tonaufnahmen – erweitert durch spezielle Drucktechniken und Videoaufnahmen. Diese Herangehensweisen wurden wiederum zur Erstellung mündlicher, visueller und akustischer Dokumentationen verwendet. Das entstandene Material wurde zusammen mit Briefen und kleinen Objekten zwischen den Kindern, jungen Menschen und den Künstler*innen in den beiden Regionen ausgetauscht, erkundet und als Grundlage für weitere künstlerische Arbeiten und grenzübergreifenden Austausch verwendet.
Das gesamte Projekt wurde schliesslich am 14. September 2025 im lokalen Kunstraum SKLAD in Suchum/i präsentiert und von einem grossen Publikum begeistert aufgenommen. Die Ausstellung umfasste eine Collage aus gescannten Fragmenten des ursprünglichen mehrere Meter langen Wandbildes aus dem Toggenburg, das als „Leinwand“ für die teilnehmenden Schulkinder diente und – inspiriert vom Namen des Dorfes Arasadzikh/i – als eine Art grosser Wasserfall ausgestellt wurde.
Ort und Jahr
Toggenburg, Lichtensteig und Arasadzikh/i, 2024–2025
Teilnehmende Kinder/Jugendliche
Oktober 2024 (Monterana Schule, Degersheim)
Anna, Anouk, Arveen, Delia, Emma, Emma, Flavia, Gianna, Josine, Leandra, Leana, Lia, Lina, Loan, Loana, Louisa, Mira, Nael, Nayeli, Nela, Norah, Patrizia, Ronja, Ryuna, Valentin
September 2025 (Arasadzikh/i)
Shabat, Anna, Sofia, Illaria, Saida, Amanda, Bagrat, Akhmat, Milana, Saria, David, Said, Aynar, Murat, Victoria, Vlada, Saria, Naur, Sabina, Esnat, Daur, Valeria, Miranda, Madina, Mirana, Arinda, Kami
September 2025 (Monterana Schule, Degersheim)
Marina, Louisa, Luisa, Erina, Anna-Lia, Emma, Levio, Ryuna, Aien, Alex, Nina, Jan, Emma, Maira, Lina, Nala, Josine
Künstler*innen
Sara Berweger, Claudia Blum (2025), Salima Gerzmava, Maktina Gogiia, Henrik Hentschel (2025), Marcel Hörler, Sabina Kvarcheliya, Olivia Jaques, Lika Nüssli (2024), Alina Shamba, Mara Züst
Projektleitung
Olivia Jaques (artasfoundation, 2024–2025)
Elena Brülhart (artasfoundation, 2025)
Lokale Projektorganisation
Maura Kressig (Dogo Residenz, Oktober 2024)
Maktina Gogiia (Arasadzikh/i, September 2025)
Evaluation
Piyusha Sumanapala (artasfoundation, 2025)
Partnerorganisationen
Monterana Schule
Arasadzikh/i Schule
Dogo Residenz
SKLAD
Finanzieller Beitrag
Caritatis Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Temperatio Stiftung
¹artasfoundation betont, dass die Nutzung von Bezeichnungen und Namen, besonders im Hinblick auf die Konfliktregionen, nicht als Anerkennung oder Nichtanerkennung durch die Stiftung ausgelegt werden sollen. Sie haben in diesem Zusammenhang keinerlei politische Konnotationen.