Aktuell

Caucasus Analytical Digest

artasfoundation und ihre Projektpartner*innen setzen sich dafür ein, durch den Austausch von Ideen über Kunst und gemeinsame künstlerische Arbeit Erfahrungshorizonte zu erweitern, dadurch Meinungsvielfalt zu fördern und neue Impulse für die (Zivil-)Gesellschaft zu geben. In der aktuellen Ausgabe des Caucasus Analytical Digest über Arts in Society, die unsere Projektleiterin Sandra Frimmel als Special Editor herausgegeben hat, gehen einige unserer langjährigen Partner*innen anhand von Erfahrungsberichten und Selbstanalysen der Frage nach, wie sowohl Künstler*innen als auch neu gegründete Graswurzelinstitutionen den Austausch mit der sogenannten internationalen Kunstwelt suchen, ohne sich völlig von lokalen Traditionen und Ausgangsbedingungen abzuwenden. Reinlesen lohnt sich!

PDF

Jour Fixe am Mittwoch 15. September 2021, 17.15 Uhr

Die Situation für Kunstschaffende in Kuba ist angespannt. Letzten Dezember wurden in Havana City mehrere Künstler*innen festgenommen, nachdem sie wegen des Urteils gegen den Musiker Denís Solís González protestiert hatten. Kürzlich gingen mehrere Demonstrant*innen auf die Strasse als Reaktion auf die Regierungspolitik, die in der ökonomischen Krise zur Verknappung von Lebensmittel, Medizin und anderen Gütern des täglichen Gebrauchs führte.

Im nächsten Jour Fixe erhalten wir einen Einblick in die Erfahrungen einer jungen visuellen Künstlerin aus Kuba. Sie studierte ein Jahr an der Zürcher Hochschule der Künste, bevor sie nach Hause zurückkehrte. Über einen Video-Anruf werden wir die Möglichkeit erhalten, von ihrem täglichen Leben dort zu hören und ihr Fragen zu stellen.

Die Veranstaltung wird hybrid stattfinden, sowohl persönlich vor Ort als auch im virtuellen Raum. Bei dieser Gelegenheit werden wir im Büro eine karibische Stimmung kreieren mithilfe einer Serie von Fotos und Musik aus Kuba... Weitere Informationen

Zoom-Link
15. September 2021, 17.15 Uhr
Meeting-ID: 613 2214 9638
Passwort: 406177

artasfoundation lädt Sie an jedem dritten Mittwoch des Monats zum Jour Fixe ein, um über laufende Projekte zu sprechen sowie über Fragen im Zusammenhang mit der Arbeit von artasfoundation oder zu politischen Entwicklungen in den Partnerländern. Seit der Ausbreitung der Covid-19-Pandemie halten wir die Jour-Fixe-Meetings online per Zoom ab und können so die Chance nutzen, auch weiter entfernte Leute einzuladen. Die Diskussion wird je nach Teilnehmer auf Deutsch oder Englisch geführt.

Wenn Sie über das Programm des Jour Fixe monatlich informiert werden wollen, tragen Sie sich bitte hier im E-Mail-Verteiler ein.

Rundbrief

Aus dem aktuellen Rundbrief

Alles ist vorbereitet, die kalte Zeit ist zu Ende, nun kann es losgehen. Im Dorf Tawusch in Armenien hat Hermine ihren Garten bereit gemacht. Wir haben sie vor drei Wochen besucht, auch wir am Vorbereiten, am „Einfädeln“ für ein Tanzprojekt, das lange schon hätte beginnen sollen, und für einen Austausch unter Kunstlehrer*innen. Wie Hermine die Zukunft sieht, haben wir gefragt, nun nach dem blutigen Krieg mit Aserbaidschan. „Ich kann noch gar nicht denken“, meinte sie, „in meinem Kopf ist alles aufgewühlt. Und die Zukunft? Da ist für mich noch eine grosse Leere.“
In der Kleinstadt Berd nahe der Grenze zu Aserbaidschan beschreibt Armen Melikyan, der Lei
ter des örtlichen Kulturhauses, wie „jetzt in der Nachkriegsdepression“ das Interesse an Kunst gestiegen ist. „Die Eltern wollen für ihre Kindere etwas Aufbauendes, wir haben viel mehr Anfragen als sonst“, meint er. Die Einladung zu unserem Tanzprojekt kommt da gerade recht. Das ist auch die Erfahrung von Shoghakat Mlke Galstyan, mit der wir bereits in mehreren Projekten zusammengearbeitet haben und deren Kunstinitiative für geflüchtete Menschen aus Karabach wir unterstützt hatten, als die Grenzen coronabedingt für uns noch geschlossen waren. Shoghakat teilt auch unseren Wunsch, durch Kunstprojekte Feindbilder abzubauen, doch sie berichtet, wie schwierig dies derzeit ist: „Du solltest die Horrorbilder sehen, die gerade in den sozialen Medien verbreitet werden. Alle unsere Jugendlichen sehen sie und dann kommen wir und sagen, auf der anderen Seite der Grenze leben Menschen wie wir.“
Wie rasch es geht, zu zerstören und wie viel Zeit und Geduld es braucht, wieder zu heilen!

Liebe Freundinnen und Freunde der Stiftung, wir lassen uns davon nicht entmutigen.
Wir berichten euch hier von den kleinen Schritten, die wir hierzu unternehmen.