Aktuell

artasfoundation is ausgezeichnet geworden!

Wir sind für unseren Arbeit in Konfliktregionen mit dem Preis des Kantons Zürich für die Erweiterung kultureller Teilhabe ausgezeichnet worden. Der Preis ehrt Kulturschaffende und Institutionen, die sich für den Einbezug möglichst breiter Bevölkerungsschichten am kulturellen Leben einsetzen. Wir fühlen uns geehrt, dass unsere Arbeit auf diese Weise gewürdigt wird, und der Preis wird uns bei der Bewältigung der durch die Pandemie verursachten Schwierigkeiten helfen. Es gibt zwei weitere Preisträger im Jahr 2021, nämlich LAB Junges Theater Zürich und Froh Ussicht. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren!

Video über unsere Arbeit


Aktuelle Projekte

Wishing Wishes

Das Tanzprojekt Wishing Wishes lädt junge Menschen aus Armenien und Abchasien¹ zur Erkundung ihrer eigenen Wünsche und Visionen ein und bestärkt sie darin, ihren gewohnten Handlungshorizont zu erweitern und sich eigenständig zu den sozialen Normen ihrer Heimatumgebung zu positionieren. Im Aufeinandertreffen von traditionsreichen, auf Gemeinschaftlichkeit ausgerichteten Volks- und Nationaltänzen des Südkaukasus mit westlich geprägtem zeitgenössischem Tanz, in dem das Individuum und Improvisation stärker im Fokus stehen, werden neue Spielräume geschaffen. Diese setzen sich von der Alltagsrealität ab und ermöglichen es, Rollenmuster und Handlungen zu erproben, die im Alltag (noch) nicht möglich wären. Schweizer Tänzer*innen und Choreograf*innen arbeiten hierbei in engem Austausch mit Kolleg*innen aus dem Südkaukasus.

Weitere Informationen


Swiss Initiative

Wie kann diplomatische Konfliktvermittlung und friedensstiftende Mediation durch Kunst unterstützt werden? Nach ersten Schritten zur Verfolgung dieser Frage (Art in Dialogue) konnte artasfoundation Schweizer Diplomat*innen dazu gewinnen, ihr gemeinsam weiter nachzugehen. Dazu lud im Juni 2015 der Schweizer Botschafter bei der UNO in Genf, Alexandre Fasel, 14 Personen aus der Kunst und der Konfliktmediation zu einem Kolloquium Art in Mediation in seine Residenz ein. Aufgrund des angeregten Austausches empfahlen dabei beide Seiten eine vertieftere Erkundung der Chancen einer Zusammenarbeit. Diese führte Alexandre Fasel nach seiner Ernennung zum Botschafter in London zunächst in Form mehrerer Gesprächsrunden mit Künstler*innen und Peacebuilding-Expert*innen weiter und schrieb 2019 zur konzentrierten Arbeit an dieser Frage ein einjähriges Forschungsstipendium aus. artasfoundation konnte diesen Prozess begleiten und kooperiert seither aktiv im laufenden Forschungsprozess.

Jour Fixe am Mittwoch 15. Dezember 2021, 17.15 Uhr

artasfoundation lädt Sie an jedem dritten Mittwoch des Monats zum Jour Fixe ein, um über laufende Projekte zu sprechen sowie über Fragen im Zusammenhang mit der Arbeit der Stiftung oder zu politischen Entwicklungen in den Partnerländern. Die Veranstaltung findet jeweils hybrid statt, sowohl vor Ort in der Lindenbachstrasse 21 in Zürich als auch im virtuellen Raum. 

Die Diskussion wird je nach Teilnehmer auf Deutsch oder Englisch geführt.


Wenn Sie über das Programm des Jour Fixe monatlich informiert werden wollen, tragen Sie sich bitte hier im E-Mail-Verteiler ein.

Rundbrief

Aus dem aktuellen Rundbrief

Alles ist vorbereitet, die kalte Zeit ist zu Ende, nun kann es losgehen. Im Dorf Tawusch in Armenien hat Hermine ihren Garten bereit gemacht. Wir haben sie vor drei Wochen besucht, auch wir am Vorbereiten, am „Einfädeln“ für ein Tanzprojekt, das lange schon hätte beginnen sollen, und für einen Austausch unter Kunstlehrer*innen. Wie Hermine die Zukunft sieht, haben wir gefragt, nun nach dem blutigen Krieg mit Aserbaidschan. „Ich kann noch gar nicht denken“, meinte sie, „in meinem Kopf ist alles aufgewühlt. Und die Zukunft? Da ist für mich noch eine grosse Leere.“
In der Kleinstadt Berd nahe der Grenze zu Aserbaidschan beschreibt Armen Melikyan, der Lei
ter des örtlichen Kulturhauses, wie „jetzt in der Nachkriegsdepression“ das Interesse an Kunst gestiegen ist. „Die Eltern wollen für ihre Kindere etwas Aufbauendes, wir haben viel mehr Anfragen als sonst“, meint er. Die Einladung zu unserem Tanzprojekt kommt da gerade recht. Das ist auch die Erfahrung von Shoghakat Mlke Galstyan, mit der wir bereits in mehreren Projekten zusammengearbeitet haben und deren Kunstinitiative für geflüchtete Menschen aus Karabach wir unterstützt hatten, als die Grenzen coronabedingt für uns noch geschlossen waren. Shoghakat teilt auch unseren Wunsch, durch Kunstprojekte Feindbilder abzubauen, doch sie berichtet, wie schwierig dies derzeit ist: „Du solltest die Horrorbilder sehen, die gerade in den sozialen Medien verbreitet werden. Alle unsere Jugendlichen sehen sie und dann kommen wir und sagen, auf der anderen Seite der Grenze leben Menschen wie wir.“
Wie rasch es geht, zu zerstören und wie viel Zeit und Geduld es braucht, wieder zu heilen!

Liebe Freundinnen und Freunde der Stiftung, wir lassen uns davon nicht entmutigen.
Wir berichten euch hier von den kleinen Schritten, die wir hierzu unternehmen.

¹artasfoundation betont, dass die Nutzung von Bezeichnungen und Namen, besonders im Hinblick auf die Konfliktregionen, nicht als Anerkennung oder Nichtanerkennung durch die Stiftung ausgelegt werden sollen. Sie haben in diesem Zusammenhang keinerlei politische Konnotationen.