Aktuell

Jour Fixe – Art in Conflict

21. Februar 2024, 17.15 Uhr
artasfoundation, Lindenbachstr. 21, Zürich & Zoom

Welche Sprache spricht künstlerisches Arbeiten?

Lesegruppe

Im Text für unsere bevorstehende Lesegruppe – Interrupting the cognitive empire: keynote drama as cultural justice (2022) loten die zwei Forscher*innen Alison Phipps und Tawona Ganyamatopé Sitholé die Keynote als eine Form performativer Poetik aus. Sie beschreiben, wie ein Performance-Künstler aus dem Globalen Süden die Keynote einer weissen Professorin aus dem Globalen Norden mit seiner Poesie unterbricht. Die beiden Forscher*innen verfolgen damit einen praxisorientierten, interkulturellen, dekolonialen Forschungsansatz. Mögliche Fragen, die sie und uns dabei begleiten: Hat eine Keynote das Potenzial, zu Konflikttransformation beizutragen? Was bedeutet „interkulturell“ in einem solchen Rahmen? Was geschieht mit uns, wenn wir unerwartet Sprache lesen oder hören, deren Worte wir nicht verstehen?

Alison Phipps hat den UNESCO Chair in Refugee Integration through Languages and the Arts an der School of Education der University of Glasgow, Schottland, inne und Tawona Ganyamatopé Sitholé ist Künstler im Rahmen desselben Projekts und auch Forscher in Forschungsprojekten, die mit dem Lehrstuhl verbunden sind. Für die Diskussion mit ihnen am 21. Februar bereitet euch bitte durch die Lektüre des oben genannten Textes vor.

Die Diskussion wird auf Englisch geführt. Die Veranstaltung findet vor Ort in Zürich als auch über Zoom statt. Anmeldung für den Zoom-Link bis 20. Februar per E-Mail.

Diese Veranstaltung ist Teil einer monatlichen Reihe, die das ZKF, eine gemeinsame Initiative von artasfoundation und ZHdK, durchführt. Wenn ihr über das Programm des Jour Fixe regelmässig informiert werden wollt, tragt euch bitte hier im Verteiler ein. Das Programm für das Frühlingssemester folgt Anfang 2024.


Nächste Termine:

20. März 2024, 17.15 Uhr – Vortrag und Diskussion
Wie engagieren sich Künstler*innen für den Frieden? – 2 Fallstudien aus Osteuropa
mit Jörg Scheller und Rada Leu vom Forschungsprojekt Contemporary Art, Popular Culture, and Peacebuilding in Eastern Europe
ZHdK, Pfingstweidstr. 96, Zürich, Kaskadenfoyer 5.K04 & Zoom

17. April 2024, 17.15 Uhr – Lesegruppe
Können darstellende Künste zu sozialen Veränderungen beitragen?
mit Bojana Cvejić, Dramaturgin und Wissenschaftlerin, und Ana Vujanović, freie Forscherin und Kulturschaffende
artasfoundation, Lindenbachstr. 21, Zürich & Zoom

8. May 2024, 17.15 Uhr – Lesegruppe
Wie lässt sich Krieg durch Fotografie erzählen?
mit Meinrad Schade, Fotograf
artasfoundation, Lindenbachstr. 21, Zürich & Zoom

Lesegruppe
Was sind aktuelle Ansätze der musikbasierten Friedensforschung?
mit Gillian Howell, Senior Research Fellow, Fakultät für Kunst und Musik, Universität von Melbourne
artasfoundation, Lindenbachstr. 21, Zürich & Zoom

Spendenaufruf für Armenien

Als Folge der aserbaidschanischen Militäroffensive in Bergkarabach mussten in den vergangenen Tagen fast 100’000 Menschen ihre Häuser verlassen. artasfoundation leistet keine Nothilfe. Aber im Austausch mit Künstlerinnen und Künstlern in Armenien sind wir daran, einen Raum zu schaffen, in dem Kinder und junge Vertriebene die Möglichkeit haben sollen, sich an vielfältigen künstlerischen und sozialen Aktivitäten zu beteiligen, durch die sie die Kontrolle über ihr eigenes Leben zurückerlangen, sich ihre Zukunft imaginieren und ihre Emotionen mitteilen können. Unterstützt uns dabei und spendet jetzt für diese Unternehmung!

Projekte

Kulturelle Bildung inter-kulturell
2022 begannen wir ein dreijähriges Austauschprojekt für künftige Kunstlehrer*innen. Jedes Jahr entsenden drei Schweizer Universitäten und eine Partneruniversität aus dem Südkaukasus Studierende und Dozierende, um am Projekt teilzunehmen. Im Frühjahr 2022 fand der Austausch zwischen Armenien und der Schweiz statt und im September 2022 und Januar 2023 zwischen Georgien und der Schweiz. Im Moment bereiten wir den dritten Teil des Projektes vor, der uns im Oktober 2023 wieder nach Armenien führt.
Wie wird Kunst in den öffentlichen Schulen im Südkaukasus unterrichtet? Was sind die Bildungsziele des Lehrplans? Und wie sehen diese in den verschiedenen Schweizer Kantonen aus? Wie fliessen die – teilweise impliziten – Werte und Orientierungen der jeweiligen Gesellschaften in den Schulunterricht ein? Welches Verständnis von Kunst wird in den verschiedenen Ländern im Unterricht vermittelt? Solchen Fragen können die Teilnehmenden in der gemeinsamen praktischen Arbeit nachgehen.
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CAS Weiterbildungskurs Arts and International Cooperation
Der CAS Arts and International Cooperation bringt Fachleute aus der Kunstpraxis, Aktivistinnen und Aktivisten der Friedensförderung sowie Projektleiterinnen und Projektleiter von internationalen Organisationen zusammen. Anhand von theoretischen Konzepten und praktischen Übungen diskutieren die Teilnehmer*innen und tauschen sich gemeinsam mit erfahrenen Dozierenden aus. Zentrales Element des Kurses ist eine Studienreise zu aktuellen Kunstprojekten in fragilen Kontexten.
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Teachers’ Training
Schulen in den grenznahen, kriegsbetroffenen Dörfern Armeniens sind mit starkem Lehrermangel und einer Überalterung der Lehrkräfte konfrontiert. Vor diesem Hintergrund ist aus einem Gedankenaustausch zwischen artasfoundation und der armenischen Staatlichen Pädagogischen Hochschule (der einzigen, für Lehrer*innenbildung zuständigen Institution des Landes) der Plan entstanden, eine Weiterbildung für praktizierende Kunstlehrer*innen aus peripheren Regionen Armeniens zu konzipieren und anzubieten: das erste derartige Weiterbildungsangebot für Kunstlehrer*innen im Land. Im Sommer und Herbst 2022 wurde der Weiterbildungskurs erstmals durchgeführt mit 37 Lehrerinnen und Lehrer, die in Schulen im Grenzgebiet Kunst unterrichten. Wegen der grossen Nachfrage wird das Projekt dieses Jahr fortgesetzt. Der erste Workshop dieser zweiten Ausgabe fand im August 2023 statt, der zweite folgt Anfang November.
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Rundbrief

Aus dem aktuellen Rundbrief

Als Teil unseres täglichen Lebens in der artasfoundation lernen wir fortwährend mit der Unsicherheit in der heutigen Welt umzugehen. Diesen Sommer konnten wir eine neue Ausgabe des Teachers’ Training in Armenien durchführen sowie die International Summer School for Socially Engaged Arts und die Impulse Days in Music Therapy. Gleichzeitig liefen die Vorbereitungen für die dritte Edition des Projekts Kulturelle Bildung – inter-kulturell. Doch heute, am Tag, an dem wir dies schreiben, beschliessen wir, den Workshop in Armenien auf Anfang 2024 zu verschieben: Der Krieg um Bergkarabach eskaliert und wirkt sich auf das gesamte Armenien aus. Die Dichte der Ereignisse zwingt uns, unser Tempo zu drosseln und auf die emotionalen Kapazitäten unserer Partner*innen in der Region zu achten.

Es ist nicht das erste und wird auch nicht das letzte Mal sein, dass Krieg und Konflikte unsere Pläne durcheinanderbringen, denn wir sind davon überzeugt, dass sozialer Wandel ortsspezifisch ist und eigenen Rhythmen folgt. Internationale Arbeit hat nur Sinn, wenn sie in Übereinstimmung mit dem sich ständig verändernden Kontext agiert, insbesondere in von Konflikten betroffenen Regionen.

In der Arbeit von artasfoundation setzen wir auf die Stärke, die Kunst in unseren unterschiedlichen Gesellschaften ausstrahlt, selbst in solchen, die tiefe Verluste erleiden. Hierfür stehen wir in ständigem Austausch mit Künstler*innen und Kulturschaffenden in den Partnerländern. Wir erproben verschiedene Kunstformen als Träger für eine gerechtere Zukunft, in der Gemeinschaften ihre eigene Transformation kreativ vorantreiben.

So wie wir auf die Herausforderungen unseres politischen und kulturellen Arbeitsgebietes reagieren, betrachten wir auch unseren internen Kontext, reflektieren ihn laufend und passen uns den Erkenntnissen an, die wir dabei gewinnen. Nach Monaten des Auf- und Umbaus, des Experimentierens und des Kontaktknüpfens können wir nun unsere Küche für Freund*innen und Kolleg*innen öffnen, um euch mitzuteilen, dass artasfoundation sich in eine geografisch dezentrale Struktur verwandelt mit sieben Mitgliedern aus den Bereichen Kunst, Management und Forschung. Gemeinsam teilen wir die tiefe Überzeugung, dass der einzige Weg zu friedlichem Zusammenzuleben in der langfristigen Transformation unser aller Gesellschaften liegt.

1artasfoundation betont, dass die Nutzung von Bezeichnungen und Namen, besonders im Hinblick auf die Konfliktregionen, nicht als Anerkennung oder Nichtanerkennung durch die Stiftung ausgelegt werden sollen. Sie haben in diesem Zusammenhang keinerlei politische Konnotationen.