Kunst im Wiederaufbau
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Re-Thinking Digital Engagement in the Artistic Field

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Foto: Aynar Khashig

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Foto: Aynar Khashig

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Foto: Olivia Jaques

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Foto: Olivia Jaques

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Foto: OpenArt Archive

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Foto: OpenArt Archive

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Foto: Elena Brülhart

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Foto: Aynar Khashig

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Foto: Olivia Jaques

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Foto: Olivia Jaques

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Foto: Olivia Jaques

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Foto: Olivia Jaques

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Foto: Aynar Khashig

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Foto: Olivia Jaques

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Foto: Ani Samsonia

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Foto: Olivia Jaques

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Foto: Olivia Jaques

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Foto: Kemal Gogua

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Foto: Viktoriia Ratsba

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Foto: Olivia Jaques

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Foto: Aynar Khashig

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Foto: Viktoriia Ratsba

Re-Thinking Digital Engagement in the Artistic Field ist ein Kunstprojekt, das in zwei Laboren strukturiert ist. Es fand im Mai und September 2026 in Suchum/i1 statt: Das erste Labor konzentrierte sich auf das Einrichten einer gemeinsamen digitalen Plattform, sowie damit verlinkter, individueller Homepages, um die Arbeiten der Künstler*innen einem internationalen Publikum zu präsentieren. Das zweite Labor erforschte die künstlerischen Möglichkeiten physischer und digitaler Spuren und mündete in einer physischen sowie digitalen Ausstellung. Gleichzeitig wurden neue Räume für kulturelles Engagement als sozial, kulturell und historisch engagierte Praxis eröffnet.

Zweiundzwanzig via Ausschreibung (Open Call) gefundene Teilnehmer*innen wurden eingeladen, an den beiden Laboren teilzunehmen, die im lokalen Kunstraum SKLAD_ in Suchum/i und in dessen umliegenden öffentlichen Raum stattfanden.

Abchasien1, eine Region, die von Jahrzehnten politischer Unsicherheit und Konflikte geprägt ist, bleibt kulturell isoliert. Trotz der Resilienz lokaler Künstler*innen und Kulturakteur*innen fehlt es noch immer an der notwendigen Infrastruktur, um lokale künstlerische Arbeiten zu bewahren und zu präsentieren. Der öffentliche Zugang zu Kunst, historischer Reflexion und kreativen Ausdrucksformen sind sowohl durch physische als auch politische Grenzen eingeschränkt – eine Situation, die durch das Fehlen moderner digitaler Werkzeuge zur Archivierung und zum Teilen künstlerischer Arbeiten noch verschärft wird.

Gemeinsam mit lokalen Künstler*innen und kulturell engagierten Personen erforschte artasfoundation, wie sich mittels einer digitalen Plattform künstlerisch mit physischen und virtuellen Spuren umgehen lässt. Diese Plattform ermöglicht die systematische digitale Bewahrung, öffentliche Präsentation und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit und für lokale Kunst sowohl vergangener als auch gegenwärtiger Zeit.

Lab 1: Creating a Digital Archive – Building a Digital Infrastructure for Artists 
(Mai 2026, 1 Woche, SKLAD_)

Unser erstes Labor konzentrierte sich auf die digitale Infrastruktur zur Bewahrung und Präsentation lokaler zeitgenössischer und historischer Kunstwerke. Wir arbeiteten an der digitalen Archivierung von Kunst, der Schaffung öffentlichen Zugangs und der Präsentation auf einer digitalen Plattform – namentlich der Plattform kleio, die von ihrer Schöpferin, Anina Schenker, vorgestellt und eingeführt wurde.

kleio ist ein Tool zum einfachen und professionellen Dokumentieren von Werken, Projekten, Prozessen und den beteiligten Personen. Einmal erfasst – mit Bild, Ton und Text – entsteht ein digitales Arbeitsarchiv, das nicht nur Kontext bewahrt, sondern auch mühelos durchsuchbar und filterbar ist.

Den Teilnehmenden wurde kostenloser Zugang zur Plattform gewährt. Sie richteten ihre eigenen individuellen Künstler*innen-Homepages sowie persönliche digitale Archive ein. Zudem führte ein lokaler Anwalt in Themen wie Urheberrecht und Bildrechte ein, da Fragen zu den Rechten von Künstler*innen derzeit zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Lab 2: Speculative Futures – Digital Platforms, Encounters, and Curation: On the Re-Activation of Traces 
(September 2026, 1 Woche, SKLAD_, Festung Suchum/i und öffentlicher Raum)

Das zweite Labor begann mit zwei öffentlichen Veranstaltungen: Die digitale Plattform Amagana stellte ihre Arbeit zur Erforschung und digitalen Archivierung historischer Gemälde vor. Zudem begaben wir uns auf architektonische Spurensuche durch Suchum/i mit den Architektinnen Sabina Agrba und Lana Chkhindzheria. Sie führten uns ein in verschiedene Arten des Umgangs mit historischen Gebäuden, wie diese restauriert wurden (oder auch nicht) und wie sie sich im Laufe der Zeit veränderten.

Im zweiten Labor wurden die teilnehmenden Künstler*innen ermutigt, digitale und physische Spuren mit verschiedenen künstlerischen Mitteln zu erkunden. Daraus entstand eine physische und digitale Ausstellung darüber, wie Spuren dazu inspirieren können, in Möglichkeiten zu denken, anstatt sich in Manifestationen festzuschreiben. 

Wie können wir das, was nur als (digitale) Spur erhalten bleibt, mit zeitgenössischen Mitteln re-aktivieren und in unsere heutige Welt übersetzen?

Während des gesamten Labors nutzten wir kleio sowohl als künstlerisches als auch als kuratorisches Werkzeug, das digitale Ausstellungen lokaler Kunst einem internationalen Publikum zugänglich macht.

Die daraus entstandene Online- und Offline-Ausstellung fand in der Festung Suchum/i statt. Für Künstler*innen, die in Abchasien arbeiten, ist der internationale Austausch seit Langem ein wichtiges Anliegen, bleibt jedoch schwer zu verwirklichen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass digitale Formate physische Begegnungen nicht ersetzen können – ebenso wenig wie digitale Abbildungen die unmittelbare Begegnung mit (physischen) Kunstwerken. Daher verstehen wir den digitalen Raum nicht als Antwort, sondern als Möglichkeit.

Die digitale Ausstellung wird im Februar 2027 in Zürich im Rahmen von Frontlines of Engagement: An Assembly on Art in a World Shaped by Conflict gezeigt, einer Konferenz, die von der artasfoundation in Zusammenarbeit mit artlink und der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) organisiert wird.

Open Art Archive
 

Ort und Jahr 
Suchum/i, 2026

Teilnehmende/Künstler*innen
Alina Arakelian, Alina Shamba, Ani Samsonia, Apsha Khagba, Danakai Adleyba, Daniela Ashuba, Daria Shipitsyna, Diana Khintba, Elena Volkova, Karina Cholokyan, Katrin Zarnikova, Kemal Gogua, Leon Logua, Maktina Gogiia, Naala Avidzba, Natalya Madilyan, Nika Lakrba, Oleg Chedia, Polina Smaltseva, Safar Sagaria, Said Kakalia, Viktoriia Ratsba

Projektleitung
Elena Brülhart (artasfoundation)
Olivia Jaques (artasfoundation)

Übersetzerin
Naida Abidova

Partnerorganisation
SKLAD_

Gäste
Anina Schenker (kleio, Lab 1)
Sabina Agrba und Lana Chkhindzheria (Architektur, Lab 2)

Finanzielle Unterstützung 
Tödi-Tal Foundation 
Ernst and Olga Gubler-Hablützel Stiftung

 

¹artasfoundation betont, dass die Nutzung von Bezeichnungen und Namen, besonders im Hinblick auf die Konfliktregionen, nicht als Anerkennung oder Nichtanerkennung durch die Stiftung ausgelegt werden sollen. Sie haben in diesem Zusammenhang keinerlei politische Konnotationen.