Aktuell

Art at Risk

Die Dokumentation der öffentlichen Präsentationen und Diskussionen der Tagung Art at Risk sind jetzt online! Erhalten Sie einen Eindruck von den Themen und Ansichten.

  • The Human Right to Free Artistic Expression mit Karima Bennoune und Tania Bruguera
  • Fundamentalism and Artistic Freedom mit Srirak Plipat (Freemuse) und Firas Abou Fakher (Mashrou’ Leila)
  • The Role of Art in Challenging Contexts mit Nicola Dahrendorf, Christian Frutiger, Swetlana Heger-Davis, Dagmar Reichert und George Steinmann
  • The International Cooperation Complaints Choir, Teilnehmer*innen der Tagung mit Tellervo Kalleinen

Webseite der Tagung

Jour Fixe am 16. September 2020

Jeweils am 3. Mittwoch des Monats lädt artasfoundation zum öffentlichen Jour Fixe, um über laufende Projekte, offene Fragen bei der Arbeit oder relevante politische Entwicklungen zu diskutieren.

Georgien kann auf eine lange und schillernde Filmgeschichte zurückblicken, hatte es doch eine der grössten Filmindustrien der Sowjetzeit. In den letzten Jahren hat Georgien nach einer Durststrecke wieder internationale Anerkennung als Filmland erlangt und internationale Filmfestivals sind sehr daran interessiert, zu sehen, was georgische Regisseure zu zeigen haben. Vielleicht habt ihr diesen Sommer den Film „Als wir tanzten“ gesehen.

Wir zeigen euch zwei experimentelle Kurzfilme von Tako Robakidze (Creeping Borders, 2016) und Salomé Jashi (The Tower, 2018), die beide im Grenzgebiet zwischen Georgien und Südossetien angesiedelt sind – dort, wo auch artasfoundation Projekte durchgeführt hat. Beide Regisseurinnen erhielten für ihre Filme den ADAMI Media Prize, der Themen wie Migration, Toleranz und kulturelle Diversität fördern soll. Vor dem Filmscreening wird Philomena Grassl, Mitarbeiterin des ADAMI Media Prize, uns einen Einblick in die Arbeit des Filmpreises und die Situation für georgische Filmemacher*innen geben und im Anschluss an das Screening werden uns Robakidze und Jashi für eine Diskussion online zugeschaltet.

Wir freuen uns sehr auf euch, wie immer um 17.15 Uhr in unserem Büro in der Lindenbachstrasse 21. Für Durchlüftung und Sicherheitsabstand ist gesorgt!
Falls ihr Interesse habt, bei diesem Jour Fixe online über Zoom dabeizusein, meldet euch bitte per Mail.

Anmeldung nicht erforderlich! Wer monatlich über das Programm informiert werden möchte, kann sich hier in unseren Jour-Fixe-E-Mail-Verteiler eintragen.

 

Aus dem aktuellen Rundbrief

Liebe Freundinnen und Freunde der artasfoundation

Ja, wir arbeiten, auch wenn die Grenzen derzeit geschlossen sind. Unserer Verbundenheit steht dies nicht im Wege! Schliesslich hat uns die Coronakrise noch einmal bestätigt, wie eng die gesamte Weltgemeinschaft verflochten ist und wie sehr wir aufeinander angewiesen sind. Was Mani Matter einmal sang, wurde uns nun auch am eigenen Leib bewusst: „Dene wos guet geit, giengs besser, giengs dene besser, wos weniger guet geit.“

Auch wenn die Ausbreitung der Coronapandemie in den Ländern, in denen wir meist tätig sind, bislang einigermassen begrenzt werden konnte – Armenien und Georgien haben, ebenso wie das von Georgien nicht kontrollierte Abchasien*, relativ schnell reagiert und recht strenge Ausgangsbeschränkungen erlassen –, wird die fragile Wirtschaft dieser Regionen, ihr aufstrebender Tourismussektor und der Kampf gegen die weit verbreitete Armut durch die Pandemie sicher geschwächt. Während es in Ländern wie der Schweiz Versicherungen gegen Arbeitslosigkeit oder staatliche Unterstützung durch Bezahlung von Kurzarbeit gibt, berichten unsere Freund*innen und Projektpartner*innen im Südkaukasus von unbezahlten Zwangsferien, verbreiteten Entlassungen und der Rückkehr zu Selbstversorgung.

Sind Kunstinitiativen in einer solchen Lage sinnvoll? Kann Kunst eine Rolle spielen, wo materielle Not herrscht? Wer an Projekten von artasfoundation teilnimmt, macht folgende Erfahrung: Menschen, die in materiell schwierigen Verhältnissen leben, möchten vor allem als geistige und seelische Wesen angesprochen werden und widmen diesen Dimensionen einen beträchtlichen Teil ihrer Energie. Es sind Dimensionen, in denen sich Menschen respektvoll begegnen und Hoffnung schöpfen. Kunst bietet eine Möglichkeit dazu und hat ausserdem die spezielle Qualität, auf bestehende Probleme keine Antworten vorzugeben. Vielmehr entfaltet sie die Komplexität von Problemstellungen und schafft Freiräume, um Lösungen zu erproben.

Wir glauben nicht an Kunst als Allheilmittel. Wir glauben aber, dass schöpferisches Tätigsein Feindbilder auflösen, neue Möglichkeitshorizonte eröffnen und Mut machen kann, diese selbst zu gestalten. So werden unsere Kunstprojekte jungen Menschen kaum Arbeitsplätze bereitstellen, aber sie vielleicht dazu anregen, sich selbst welche zu schaffen. Wir wollen unsere Arbeit mit Kunst nicht als Hilfe verstehen, höchstens als Hilfe zur Selbsthilfe; das ist die beste Vorbereitung für eine Zukunft, die wir heute weniger denn je vorhersehen können. Einen Wert werden wir aus der gegenwärtigen globalen Krise schöpfen können, indem wir diese Zukunft mehr und mehr gemeinsam und über Grenzen hinweg gestalten. In diesem Sinne hoffen wir weiter auf Ihr Interesse an der Arbeit von artasfoundation und bitten Sie um Ihre Unterstützung!

Lesen Sie hier, was sich seit unserem letzten Rundbrief im November 2019 bei uns ereignet hat.

Mit herzlichem Gruss,
das Team von artasfoundation