Aktuell

Eine Aufführung und ein artasfoundation-Info-Event im sogar theater Zürich

Das Leben als Frau in Beirut, als Geliebte, als Mutter, als Bürgerin und Künstlerin: hierum dreht sich das autobiografische Ein-Personen-Stück „Jogging“ der libanesischen Theaterschaffenden Hanane Hajj Ali. Sie spielte es selbst an den verschiedensten Orten im Libanon, aber auch mit grossem Erfolg bei Festivals in Edinburgh, Berlin oder Hongkong. Nun kommt sie mit ihrem Stück am 3., 5. und 6. Dezember nach Zürich ins sogar theater. Das sogar theater hat ein aufwändiges Schutzkonzept erarbeitet, um dazu beizutragen, auch in der Corona-Zeit ein Kulturangebot aufrechtzuerhalten. Wir können euch die Aufführung unserer langjährigen Kollegin und Freundin sehr empfehlen! Nach der Vorstellung wird Hanane auch über die aktuelle Situation im Libanon berichten.

Am Sonntag, 6. Dezember, laden wir die Freund*innen von artasfoundation um 15.30 Uhr, vor der Aufführung von „Jogging“, zu einem Glühwein und einem Bericht über die Arbeit der Stiftung ein. Das Thema: „Welche Wirkung haben unsere Kunstprojekte in konfliktbetroffenen Regionen?“

Bitte bestellt Karten rasch unter diesem Link – mit der Bemerkung „artasfoundation“. Wegen des Corona-Schutzkonzeptes sind die Plätze stark beschränkt!

 

Jour Fixe am 18. November 2020

Jeweils am 3. Mittwoch des Monats lädt artasfoundation zum öffentlichen Jour Fixe, um über laufende Projekte, offene Fragen bei der Arbeit oder relevante politische Entwicklungen zu diskutieren.

Es geschieht gerade viel in den Regionen, in denen wir tätig sind im Südkaukasus: nicht nur eine zweite Welle Coronainfektionen (stärker als die erste dort), sondern auch Unruhen nach den Parlamentswahlen in Georgien und ein (vorerstes?) Ende des blutigen Krieges um Nagorno Karabach, ein Ende mit neuen Turbulenzen in Armenien. Wie sehen unsere Projektpartner*innen in diesen Ländern die Situation? Nachdem wir auch diesen Jour Fixe wohl oder übel nicht um einem Tisch, sondern per Zoom durchführen, können wir – hier ist das „wohl“ vom „übel“! – einige dieser Partner*innen einladen, „an einem Bildschirm“ mit uns über ihre Sicht auf die momentane Lage zu sprechen.

Link für den Jour Fixe am 18. November 2020 um 17.15 Uhr
Zoom-Link
Kennwort: 518068

Im Anschluss an die Diskussion sehen wir noch ein paar alltäglichere Bilder aus dieser Region im georgischen Kurzfilm „The Trader“ von Tamta Gabrichidze (2018, 23 min). Er gewann den Short Film Jury Award beim Sundance Festival.

Wer monatlich über das Jour-Fixe-Programm informiert werden möchte, kann sich hier in unseren Jour-Fixe-E-Mail-Verteiler eintragen.

 

Aus dem aktuellen Rundbrief

Liebe Freundinnen und Freunde von artasfoundation

Schön, seid ihr da! Dass es gerade schwierige Zeiten sind, müssen wir euch nicht lange schildern. Coronabedingt sind die meisten unserer Projekte in Warteposition und – weit schlimmer – der Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan fordert immer mehr Opfer. Da wird zwischen zivilen Opfern (viele!) und Opfern unter den Soldaten (viele!) unterschieden, doch wenn die Soldaten überwiegend ganz junge Männer sind, solche, wie wir sie auch in unseren dortigen Projekten kennenlernten, macht das für uns kaum einen Unterschied. Von unseren Partner*innen und Freund*innen in der Region hören wir, dass sie einfach nur Frieden wollen. Sie versuchen, der nationalistischen Propaganda zu widerstehen, doch es gehört wohl viel dazu, in einer solchen Situation nicht pauschal „wir versus die Feinde“ zu denken. „Unsere“ Künstler*innen dort zeichnen, malen oder musizieren mit den Kindern und Jugendlichen geflüchteter Familien: künstlerische Nothilfe vor Ort. Weil die Grenzen geschlossen sind, können wir gerade nicht viel machen, ausser Materialgeld zu schicken. Zumindest noch nicht.

Schlimme Nachrichten kamen in den letzten Wochen auch aus dem Libanon. Doch auch hier engagieren sich die Künstler*innen, die wir kennen, mit aller Kraft gegen Verzweiflung und Not. Wenn alles klappt, wird eine von ihnen im Dezember ins sogar theater nach Zürich kommen und von der Lage vor Ort berichten. Mehr dazu weiter unten.

Aber wir wollen euch ja nicht nur von Schwierigem berichten! Hier, worüber wir uns sehr freuen: Wir konnten mit der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) einen Vertrag für die Gründung des Zentrums für Kunst und Friedensförderung abschliessen. Unsere Projektpartner*innen in Tskaltubo und in Abchasien¹ führen die gemeinsam begonnenen Projekte mit viel Erfolg weiter. Demnächst erscheint eine neue kleine Publikation von uns. Unser nächster Weiterbildungskurs Arts and International Cooperation stösst auf grosses Interesse! Und: Wir merken, wie für Beiträge der Kunst zur Friedensförderung immer mehr Offenheit entsteht. Über all das lest ihr in diesem Newsletter mehr.

Nun eine grosse Bitte: Wir bereiten uns darauf vor, mit Projekten im Kaukasus loszulegen, sobald die Grenzen wieder offen sind. Das Bedürfnis ist gross. Mehr als sonst sind wir derzeit auf finanzielle Mittel angewiesen und ersuchen euch deshalb um Spenden. Nehmt bitte mit uns Kontakt auf, wenn ihr sie Projekten in speziellen Regionen widmen wollt. Und – falls ihr in der Nähe seid – kommt einmal vorbei zu einer unserer monatlichen Gesprächsveranstaltungen – live oder online. Das Programm findet ihr immer auf unserer Webseite.

Auf bessere Zeiten!

Herzlich,
euer Team von artasfoundation

 

¹artasfoundation betont, dass die Nutzung von Bezeichnungen und Namen, besonders im Hinblick auf die Konfliktregionen, nicht als Anerkennung oder Nichtanerkennung durch die Stiftung ausgelegt werden sollen. Sie haben in diesem Zusammenhang keinerlei politische Konnotationen.