Aktuell

Art at Risk

Die Dokumentation der öffentlichen Präsentationen und Diskussionen der Tagung Art at Risk sind jetzt online! Erhalten Sie einen Eindruck von den Themen und Ansichten.

  • The Human Right to Free Artistic Expression mit Karima Bennoune und Tania Bruguera
  • Fundamentalism and Artistic Freedom mit Srirak Plipat (Freemuse) und Firas Abou Fakher (Mashrou’ Leila)
  • The Role of Art in Challenging Contexts mit Nicola Dahrendorf, Christian Frutiger, Swetlana Heger-Davis, Dagmar Reichert und George Steinmann
  • The International Cooperation Complaints Choir, Teilnehmer*innen der Tagung mit Tellervo Kalleinen

Webseite der Tagung

Jour Fixe am 21. Oktober 2020

Jeweils am 3. Mittwoch des Monats lädt artasfoundation zum öffentlichen Jour Fixe, um über laufende Projekte, offene Fragen bei der Arbeit oder relevante politische Entwicklungen zu diskutieren.

Leider verbreitet sich hier das Corona-Virus wieder stark und veranlasst uns, das nächste geplante Jour-Fixe-Gespräch virtuell durchzuführen. Die Diskussion findet am Mittwoch als Zoom-Meeting statt.

Hier ist der Link:
https://zhdk.zoom.us/j/98081857664?pwd=SjJHL3lIUXJ3YnlUTE5YdkZKdEE1Zz09
Kennwort: 940917
Die Uhrzeit bleibt wie gewohnt bei 17.15 Uhr.
Anmeldung nicht erforderlich

Ein neuer Krieg um Nagorno Karabach, mehrere hundert junge Männer getötet, viele erst 18 oder 20 Jahre alt (wie manche Teilnehmer in unseren Projekten!), Opfer in der Zivilbevölkerung, tief verwurzelte Angst und eine riesige Welle nationalistischer Rhetorik in Armenien und Aserbaidschan. Beide Länder zugleich stark von der Corona-Pandemie betroffen.
Eigentlich sollten wir jetzt gerade für ein Tanzprojekt in Armenien sein, doch die Grenzen sind geschlossen. Unsere armenischen Projektpartner*innen kümmern sich mit Musik und Theater um die Gruppen von Kindern, die – begleitet von einzelnen Verwandten – nach Jerewan geflüchtet sind. Sie leisten grossartige Arbeit. Was ist unsere Aufgabe als ausländische Organisation? In unseren früheren Projekten wollten wir Menschen stärken, die sich entgegen allen Feindbildern und Nationalismen für Frieden engagieren. Was heisst dies im Moment? Können wir mehr beitragen als nur Geld zu schicken?
Solche Fragen wollen wir beim kommenden Jour Fixe diskutieren und mit euch unsere Informationen über die aktuelle Situation im Krieg um Karabach teilen.

Wer monatlich über das Programm informiert werden möchte, kann sich hier in unseren Jour-Fixe-E-Mail-Verteiler eintragen.

 

Aus dem aktuellen Rundbrief

Liebe Freundinnen und Freunde der artasfoundation

Ja, wir arbeiten, auch wenn die Grenzen derzeit geschlossen sind. Unserer Verbundenheit steht dies nicht im Wege! Schliesslich hat uns die Coronakrise noch einmal bestätigt, wie eng die gesamte Weltgemeinschaft verflochten ist und wie sehr wir aufeinander angewiesen sind. Was Mani Matter einmal sang, wurde uns nun auch am eigenen Leib bewusst: „Dene wos guet geit, giengs besser, giengs dene besser, wos weniger guet geit.“

Auch wenn die Ausbreitung der Coronapandemie in den Ländern, in denen wir meist tätig sind, bislang einigermassen begrenzt werden konnte – Armenien und Georgien haben, ebenso wie das von Georgien nicht kontrollierte Abchasien*, relativ schnell reagiert und recht strenge Ausgangsbeschränkungen erlassen –, wird die fragile Wirtschaft dieser Regionen, ihr aufstrebender Tourismussektor und der Kampf gegen die weit verbreitete Armut durch die Pandemie sicher geschwächt. Während es in Ländern wie der Schweiz Versicherungen gegen Arbeitslosigkeit oder staatliche Unterstützung durch Bezahlung von Kurzarbeit gibt, berichten unsere Freund*innen und Projektpartner*innen im Südkaukasus von unbezahlten Zwangsferien, verbreiteten Entlassungen und der Rückkehr zu Selbstversorgung.

Sind Kunstinitiativen in einer solchen Lage sinnvoll? Kann Kunst eine Rolle spielen, wo materielle Not herrscht? Wer an Projekten von artasfoundation teilnimmt, macht folgende Erfahrung: Menschen, die in materiell schwierigen Verhältnissen leben, möchten vor allem als geistige und seelische Wesen angesprochen werden und widmen diesen Dimensionen einen beträchtlichen Teil ihrer Energie. Es sind Dimensionen, in denen sich Menschen respektvoll begegnen und Hoffnung schöpfen. Kunst bietet eine Möglichkeit dazu und hat ausserdem die spezielle Qualität, auf bestehende Probleme keine Antworten vorzugeben. Vielmehr entfaltet sie die Komplexität von Problemstellungen und schafft Freiräume, um Lösungen zu erproben.

Wir glauben nicht an Kunst als Allheilmittel. Wir glauben aber, dass schöpferisches Tätigsein Feindbilder auflösen, neue Möglichkeitshorizonte eröffnen und Mut machen kann, diese selbst zu gestalten. So werden unsere Kunstprojekte jungen Menschen kaum Arbeitsplätze bereitstellen, aber sie vielleicht dazu anregen, sich selbst welche zu schaffen. Wir wollen unsere Arbeit mit Kunst nicht als Hilfe verstehen, höchstens als Hilfe zur Selbsthilfe; das ist die beste Vorbereitung für eine Zukunft, die wir heute weniger denn je vorhersehen können. Einen Wert werden wir aus der gegenwärtigen globalen Krise schöpfen können, indem wir diese Zukunft mehr und mehr gemeinsam und über Grenzen hinweg gestalten. In diesem Sinne hoffen wir weiter auf Ihr Interesse an der Arbeit von artasfoundation und bitten Sie um Ihre Unterstützung!

Lesen Sie hier, was sich seit unserem letzten Rundbrief im November 2019 bei uns ereignet hat.

Mit herzlichem Gruss,
das Team von artasfoundation