Kunst im Wiederaufbau

Conversation Pieces

Foto: Frank Ellenberger

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Conversation pieces ist ein mehrmonatiges Kooperationsprojekt des Kulturzentrums SKLAD in Suchum/i (der Hauptstadt des international von den meisten Staaten nicht anerkannten Abchasiens¹) und des Berliner Architektur-Kollektivs raumlabor im Jahr 2016. Nach Ausstellungsprojekten, regelmässigen Filmabenden und mehreren Diskussionsveranstaltungen im seit Oktober 2015 bestehenden Kulturzentrum entscheiden sich die Kuratorinnen des SKLAD mit der Unterstützung von artasfoundation, das Thema öffentlicher Raum ins Zentrum des nächsten Kooperationsprojektes zu stellen (siehe auch Curator’s initiative).

Die Stadt Suchum/i zeigt zahlreiche Spuren des Krieges, es gibt verlassene und unterschätzte Orte an zentralen Plätzen, aber auch Architekt*innen, Aktivist*innen und Kulturschaffende, die ihre Stadt gestalten wollen. Eine Kooperation mit dem raumlabor Berlin, das sich in vielen Städten mit dem RauAm zwischen Stadtbauten und den Gewohnheiten und Bedürfnissen von Bewohner*innen auseinandersetzt, gibt dafür Impulse und lässt neue Ideen entstehen.

Die Kooperation startet mit einem Online-Austausch über das Alltagsleben in den sehr unterschiedlichen Städten Suchum/i und Berlin (siehe Blogs). Anschliessend reist der raumlabor-Architekt Marius Busch gemeinsam mit artasfoundation für eine Recherchewoche nach Suchum/i. Architekt*innen und Aktivist*innen des SKLAD organisieren Stadtführungen und Besuche in verschiedenen Handwerksbetrieben, um den Besucher*innen einen Überblick über die für die Stadt wichtigen Themen zu verschaffen. Gemeinsam werden Ideen für die Neugestaltung oder Umnutzung von interessanten Orten entwickelt. Einige Wochen später reisen drei Architekt*innen von raumlabor, Benjamin Förster-Baldenius, Marius Busch und Claire Mothais, an, und eine intensive Arbeits- und Bauphase beginnt: Es sollen nicht nur Ideen, sondern auch temporäre Architekturen als konkrete bauliche Impulse entstehen.

Die Arbeit steht im Zeichen von Zukunfts-Visionen für die Stadt Suchum/i. Gebaut werden Symbole und ein Mobiliar für ein Institut der Visionäre, das Anfang Oktober für ein paar Tage im verlassenen Bahnhof Guma (ehem. Baratashvili) seine Tore öffnet und ein breites Publikum einlädt, über Visionen nachzudenken. Neben der symbolischen Beschriftung des Gebäudes und der Rakete Sklad 2020 werden ein grosser Stadtplan installiert, auf dem die raumlabor-Architekten die Visionen von Passant*innen eingezeichnet haben, sowie eine mobile Küche und ein Pingpong-Tisch gebaut, die zum Austausch und Zusammensein im zentralen, schönen und doch oft unbenutzten Bahnhof einladen.

Conversation pieces wird seinem Titel gerecht – es bringt Teilnehmende und Beteiligte zum Diskutieren und Entwickeln von Visionen für Suchum/i. Es demonstriert allen Beteiligten, wie viel eine Gruppe von Menschen gemeinsam in Handarbeit und in kurzer Zeit bauen kann. Um eine nachhaltige Wirkung im Stadtzentrum von Suchum/i zu hinterlassen, verfolgt die Architekturgruppe des SKLAD die Visionen weiter, veranstaltet ein Winterprogramm mit Vorträgen und Filmabenden zum Thema und bleibt mit dem raumlabor im Austausch.

SKLAD – Soziale Netzwerke

Partner

Teilnehmende
Nasta Agrba, Bislan Bagateliya, Asida Butba, Astamur Butba, Amra Chichibaya, Tatyana Ergunova, Kama Katsiya, Sabina Kharjelia, Alkhaz Kvaratskelya, Saida Lakrba, Astamur Maan, Nadeer Saeed, Omar Shaguh

Projektleitung
Sabine Jenni (artasfoundation)
Marius Busch (raumlabor)
Benjamin Förster-Baldenius (raumlabor)
Claire Mothais (raumlabor)

Partnerorganisation
Kulturzentrum SKLAD

Finanzieller Beitrag
Heinrich Böll Stiftung, South Caucasus Office
Abteilung Menschliche Sicherheit des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten

¹artasfoundation betont, dass die Nutzung von Bezeichnungen und Namen, besonders im Hinblick auf die Konfliktregionen, nicht als Anerkennung oder Nichtanerkennung durch die Stiftung ausgelegt werden sollen. Sie haben in diesem Zusammenhang keinerlei politische Konnotationen.