Kunst im Wiederaufbau

Teacher’s Studio

Das Teacher’s Studio ist eine Serie von drei Workshops für Menschen in Ostabchasien¹, die beruflich im Bereich bildende Kunst mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, oder planen, dies zu tun. Neben Kunstlehrer*innen und Kunststudierenden sind auch Mitarbeitende von NGOs angesprochen, die im Bereich Kinder- und Jugendarbeit tätig sind.

Anstoss für das Projekt war die Beobachtung, dass es in Abchasien¹ wenig künstlerische (Freizeit-) Angebote für Kinder und Jugendliche gibt und die raren Angebote mit sehr bescheidenen materiellen, räumlichen, finanziellen und pädagogischen Ressourcen durchgeführt werden. Das Repertoire ist beschränkt, weil einerseits Material und finanzielle Mittel fehlen und andererseits, weil es seit dem Krieg 1991–1993 kaum internationalen Austausch gibt und wenig Information über innovative Kunstprojekte mit Kindern und Jugendlichen bis in die Städte und Dörfer Abchasiens¹ vordringen.

Das Teacher’s Studio will künstlerische Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche in Dörfern und kleinen Städten Ostabchasiens¹ fördern und insbesondere Menschen unterstützen und vernetzen, die in diesem Bereich tätig sind. Es bringt neues Know-how und Materialien in diese entlegene Region und leistet einen Beitrag zum Aufbau eines Netzwerks von kulturell aktiven Menschen.

Soziale Netzwerke

 

Gal/i 2016

Foto: Frank Ellenberger

Foto: Frank Ellenberger

Foto: Frank Ellenberger

Foto: Frank Ellenberger

Foto: Frank Ellenberger

Foto: Frank Ellenberger

Foto: Frank Ellenberger

Foto: Frank Ellenberger

Foto: Frank Ellenberger

Das dritte Teacher’s Studio befasst sich noch einmal vertieft mit Siebdruck und findet vom 19. bis 24. September 2016 in Gal/i statt, der östlichsten Stadt Abchasiens¹. Zwölf Teilnehmende des Siebdruck-Einführungskurses vom Januar 2016 in Otschamtschira reisen ein zweites Mal an, um ihre Kenntnisse zu festigen und sich vertieft mit den technischen Aspekten dieser Drucktechnik zu befassen.

Im Workshop setzen sich die Teilnehmenden zum einen mit Optionen verschiedener Phasen des Druckverfahrens auseinander – vom Beschichten übers Auswaschen der Siebe, vom Mischen der Farben bis zu den Lösungsmitteln. Zum andern veranstalten die Teilnehmer*innen drei Anlässe in Schulen, an denen sie ihr Wissen weitergeben. Die Teilnehmenden aus Gal/i und Kochora wenden die neue Technik an drei Nachmittagen in der Mittelschule in Kochora an. Hier belichten die Schüler*innen zudem eigene Vorlagen. Die Teilnehmenden aus Otschamtschira bieten im Internat ihrer Stadt einen zweitägigen Workshop an, in dem die Schüler*innen zunächst eigene Papierschablonen entwerfen und zum Schluss ein Motiv auf mitgebrachte T-Shirts drucken. Die Schweizer Workshopleiter können sich bei den Schulworkshops ganz im Hintergrund halten, da kaum noch Fragen auftauchen. Die Lehrer*innen der Kunstschule in Gal/i entscheiden sich sogar, Siebdruck an ihrer Schule als neues Fach einzuführen.

Das Siebdruck-Material ist nun an drei Orten in Abchasien¹ gelagert: Alle Teilnehmenden des Teacher’s Studio haben Zugang zum Material und sind eingeladen, es für ihre eigenen Zwecke oder für Workshops zu verwenden. Zudem besuchen die Teilnehmenden zum Abschluss gemeinsam eine professionelle Siebdruckwerkstatt in Suchum/i. Der Inhaber Daur Gumba verspricht, den neuen Kolleg*innen für technische Fragen und Materialbestellungen zur Verfügung zu stehen.

Partner

Künstlerische Leitung
Silas Heinzmann
Fabian Pfeil

Projektleitung
Sabine Jenni (artasfoundation)

Lokale Koordination
Tsira Shubladze

Partnerorganisation
Kunstschule Gal/i (Gulnara Kardava)

Finanzieller Beitrag
DEZA Kooperationsbüro für den Südkaukasus

Otschamtschira 2016

Foto: Constantin Gretsoff

Foto: Constantin Gretsoff

Foto: Constantin Gretsoff

Foto: Constantin Gretsoff

Foto: Constantin Gretsoff

Foto: Constantin Gretsoff

Für das zweite Teacher’s Studio vom 26. bis 30. Januar 2016 kommen rund 20 Kunstlehrer*innen und Mitarbeitende von NGOs aus fünf umliegenden Ortschaften sowie Kunststudierende aus Suchum/i und Gudauta nach Otschamtschira (Ostabchasien¹). Diesmal geht es um die Einführung in die Siebdruck-Technik.

Unter der Leitung von Silas Heizmann und Fabian Pfeil erhalten die Teilnehmenden Einblick in die verschiedenen Arbeitsschritte und gehen von einfach zu realisierenden Techniken aus: vom Drucken mit ausgeschnittenen Schablonen über Zeichnungen direkt auf den Sieben bis hin zur Belichtung der Vorlagen. Anstelle von UV-Lampen, die vor Ort nicht zu beschaffen sind, wird mit Baustrahlern und bei Stromausfall sogar mit Sonnenlicht belichtet. Gedruckt wird vor allem auf Papier, zum Abschluss jedoch zur Freude aller auch auf T-Shirts. Die Technik stösst auf grossen Anklang. Zum Abschluss wird mit den Arbeiten eine kleine Ausstellung organisiert.

Wie auch im ersten Teacher’s Studio ein halbes Jahr zuvor wohnen die Teilnehmenden gemeinsam in einem Hotel. An den Abenden wird darüber diskutiert, wie die Technik in Schulen in Abchasien¹ eingesetzt werden könnte. Es wird klar, dass mehr Know-how und Erfahrung notwendig sind, um die Siebdruck-Technik im Kunstunterricht zu vermitteln.

Partner

Künstlerische Leitung
Silas Heinzmann
Fabian Pfeil

Projektleitung
Sabine Jenni (artasfoundation)

Lokale Koordination
Selma Zantarya

Partnerorganisation
Ochamchyra Youth House (Selma Zantarya)

Finanzieller Beitrag
DEZA Kooperationsbüro für den Südkaukasus

Otschamtschira 2015

Fotos: Iris Ganz, Evelyne Monney, Sabine Jenni, Dagmar Reichert

Fotos: Iris Ganz, Evelyne Monney, Sabine Jenni, Dagmar Reichert

Fotos: Iris Ganz, Evelyne Monney, Sabine Jenni, Dagmar Reichert

Fotos: Iris Ganz, Evelyne Monney, Sabine Jenni, Dagmar Reichert

Fotos: Iris Ganz, Evelyne Monney, Sabine Jenni, Dagmar Reichert

Fotos: Iris Ganz, Evelyne Monney, Sabine Jenni, Dagmar Reichert

Fotos: Iris Ganz, Evelyne Monney, Sabine Jenni, Dagmar Reichert

Das erste Teacher’s Studio findet vom 2. bis 11. September 2015 in Otschamtschira, einer kleinen Stadt an der Schwarzmeerküste, statt. 20 Kunstlehrer*innen und Mitarbeitende von NGOs aus fünf Dörfern und Städten Ostabchasiens¹ nehmen an diesem Workshop zu Methoden und Ansätzen für einen modernen Kunstunterricht teil, tauschen sich über die Situation in ihren Gemeinden und Organisationen aus und denken über mögliche künftige Kooperationen nach.

In diesem ersten Teacher’s Studio leiten die Basler Kunstpädagoginnen Iris Ganz und Evelyne Monney eine Zeichenwerkstatt. Sie umfasst zahlreiche Einzel- und Gruppenübungen, die in Kunstprojekten mit Kindern und Jugendlichen angewendet werden können. Gearbeitet wird mit Bleistiften, Wasserfarben, Gouache, Tusche, Filzstiften, mitgebrachten Fotos und verschiedenen Papieren, drinnen und draussen. Daneben gehen die Teilnehmenden in Gruppendiskussionen der Frage nach, wie sie in Zukunft in ihren Gemeinden oder in Kooperation miteinander Kunstprojekte mit Kindern und Jugendlichen gestalten können. Sie messen künstlerischen Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche eine hohe Bedeutung bei.

Die Werkstatt kommt sehr gut an. Obwohl sich einige der Teilnehmenden noch nie mit speziellen Methoden für den Zeichenunterricht beschäftigt haben, lassen sich alle auf das Experiment ein und entdecken bei sich selbst und den anderen neue Potentiale. In der abschliessenden Diskussion stellt sich heraus, dass ein grosses Bedürfnis nach Material, finanziellen Mitteln und Weiterbildungsangeboten besteht. Immerhin erhalten am Ende alle Teilnehmenden Material, das es ihnen erlaubt, die erprobten Übungen in ihren Schulen und Organisationen mit Kindern und Jugendlichen durchzuführen.

Partner

Künstlerische Leitung
Iris Ganz
Evelyne Monney

Projektleitung
Sabine Jenni (artasfoundation)

Lokale Koordination
Selma Zantarya

Partnerorganisation
Ochamchyra Youth House (Selma Zantarya)

Finanzieller Beitrag
DEZA Kooperationsbüro für den Südkaukasus

Materialspenden
Caran d’Ache
Lachenmeier Farben

¹artasfoundation betont, dass die Nutzung von Bezeichnungen und Namen, besonders im Hinblick auf die Konfliktregionen, nicht als Anerkennung oder Nichtanerkennung durch die Stiftung ausgelegt werden sollen. Sie haben in diesem Zusammenhang keinerlei politische Konnotationen.