off/line

off/line 2018: What can art do in Zemo Nikozi?

Neue Bewegung in unserer Beziehung zu Zemo Nikozi

 

Bereits zum 4. Mal sind wir dieses Jahr mit 24 Künstler_innen aus Westeuropa und Georgien für das Austauschprojekt off/line: what can art do in Zemo Nikozi? ins Dorf an die Demarkationslinie zu Südossetien gereist. Die Bewohner_innen von Zemo Nikozi erscheinen zusehends offen und neugierig gegenüber den Kunstschaffenden, die mit uns ankommen. Sie organisieren Supras am Lagerfeuer, lassen sich auf mitunter verrückte Zusammenarbeiten ein und sie zeigen ihr Können am Abschlussevent, der mit seiner Open-Stage wieder Besucher_innen aus der ganzen Region angezogen hat.

 

Die wachsende Vertrautheit lässt herrschende Spannungen aber auch sichtbarer werden. Zum ersten Mal haben wir die Gastfamilien, die jeweils zwei Kunstschaffende beherbergen und dafür bezahlt werden, nicht einfach angefragt, sondern unter allen Interessierten in einem Losverfahren bestimmt. Das an sich faire und transparente Vorgehen hat im Dorf für Aufsehen gesorgt, Eigeninteressen und Vorstellungen von Gerechtigkeit wurden erstmals klar formuliert. Dies stellte unseren Anspruch auf Konfliktsensitivität auf die Probe. Im Verlauf des Projekts zeigt sich jedoch, dass die Diskussion auch zu einer Aktivierung führte. Die Dorfgemeinschaft interessierte sich erstmals für das Budget von off/line, für die Herkunft des Geldes und die Interessen, die wir verfolgen. Die freundliche Zurückhaltung ist einer Auseinandersetzung gewichen, die unsere Beziehung auf eine neue Ebene bringt. Da dabei niemals die Sinnhaftigkeit des Aufenthalts der Künstler_innen im Dorf in Frage gestellt wurde, möchten wir uns im nächsten Jahr weiter auf diese neue Bewegung einlassen.

 

Teilnehmende Künstler_innen:

Aleko Avazashvili, Baptiste El Baz, Nathalie Brechbühl, Paula Ďurinová, Elene Gabrichidze, Mariam Giunashvili, Eka Ketsbaia, Tamar Khmiadashvili, Ilia Kobeshavidze, Nathalie Koger, Manuela Luterbacher, Stephanie Müller & Klaus Dietl, Johanna Padge, Solomon Razmadze, Evan Ruetsch, Tsira Sanaia, Lena Lieselotte Schuster, Levan Shvelidze, Jelko Terziev, Natuka Vatsadze, Nurith Wagner-Strauss, Nino Zirakishvili.

Das Projekt wurde durch die Max Kohler Stiftung unterstützt.

 

Lokale Projektkoordinatorin: Lali Pertenava