Lela • Gal/i - Suchum/i - Basel

2013 wurde artasfoundation durch das Danish Refugee Council (DRC) eingeladen, sich mit einem Theaterprojekt an ihrem "Youth Leadership Program" zu beteiligen. Das Projekt ermöglicht der jüngsten Generation der vielsprachigen und -kulturellen Gemeinden Abchasiens* gemeinsame Workshops. Die Jugendlichen sensibilisieren sich dabei für Themen wie gewaltfreie Kommunikation, Umwelt, Geschlechterrollen - vor allem aber erleben sie erfolgreiche Zusammenarbeiten, freundschaftlich beigelegte Konflikte und Vertrautheit jenseits von Vorurteilen bei aller familiären Prägung durch Krieg und Entbehrung.

 

Die Basler Regisseurin Anina Jendreyko und der Schauspieler Nadim Jarrar interessieren sich für Alltagsthemen von Jugendlichen, ihre Rollenzuweisungen und Verhaltensmuster. Im März 2014 wurden sie von artasfoundation zur Arbeit in Abchasien eingeladen. Unterstützt von einem Team des DRC (Natia Belkania, Lela Rusia, Angela Adzinba) leiteten sie im Frühjahr und im Sommer Theaterworkshops mit 24 Darstellenden im Alter zwischen 15 und 21 Jahren. Über alle ethnischen Differenzen hinweg fanden die jungen Leute zu einer spielfreudigen und phantasievollen Theatergruppe zusammen und es entstand eine Fülle von Improvisationen, die sie schliesslich zu einem Theaterstück verdichteten. Als dramaturgischer Bogen für das Stück "Lela" diente das Märchen Schneewittchen, das allen Beteiligten vertraut ist - ob sie nun aus schweizerischen und deutsch-palästinensischen Familien stammen wie Anina und Nadim oder migrelischer, georgischer, abchasischer und russischer Herkunft und Sprache sind wie die jungen Leute.

 

Das Theaterstück "Lela" wurde im Oktober 2014 in einer kleinen Tournee in den Heimatgemeinden der Darsteller_innen öffentlich aufgeführt. Die Vorstellungen fanden in Ochamchyra, Pirveli Gali, Suchum/i, Chegali und Chuburkhinji statt und erreichten ein grosses, begeistertes Publikum. 

 

Wie viele Kriege der letzten Jahrzehnte war und ist der Konflikt um Abchasien eine Auseinandersetzung, welcher die politische Instumentalisierung ethnischer Herkunft jahrhundertelang miteinander zusammenlebender Kulturen voranging. Die gegenseitige Verständigung, ja die Wertschätzung kultureller Vielfalt innerhalb einer jüngeren Generation sind Voraussetzung für das Gelingen einer zivilen Gesellschaft. Die Arbeit des DRC, im Theaterprojekt gestützt von artasfoundation und der professionellen Erfahrung Jendreykos mit Basler Jugendlichen mit Migrationshintergrund, versuchte dazu einen Beitrag zu leisten.

 

In der Schweiz wurde das Projekt am 12. November 2014 bei einem Abend im Gare du Nord Basel durch vielstimmige Berichte und eine Videodokumentation vorgestellt. Der Künstler Arkhip Labakua aus Suchum/i ergänzte die Veranstaltung mit einem Puppentheaterstück. Der Abend bildete einen Teil des Begleitprogramms zur Basler OSZE-Konferenz, welches Swisspeace im Auftrag der Basler Regierung organisierte.


 



*artasfoundation möchte betonen, dass die Nutzung von Bezeichnungen und Namen, besonders im Hinblick auf die Konfliktregionen, nicht als Anerkennung oder Nichtanerkennung durch die Stiftung ausgelegt werden sollten. Diese haben in diesem Zusammenhang keinerlei politische Konnotationen.

Danish Refugee Council
http://drc.dk/


SwissPeace
http://www.swisspeace.ch/


Task Force OSZE-Vorsitz
http://www.eda.admin.ch/


Schweizer Botschaft in Georgien
http://www.eda.admin.ch/


Gare du Nord
www.garedunord.ch


Anina Jendreyko
www.projektfremd.ch


Wir danken
Vincent Dontot, Natia Belkania, Lela Rusia, Angela Adzinba

Beteiligte:
Lika, Ada, Nino, Gina, Asmata, Mariam, Natija, Malvina, Milana. Maldina, Barbare, Mariam, Lida, Gela, Guram, Mate, Inal, Timor, Irakli, Pada, Arslan, Shoti, Tado, Dato