Conversation pieces • Suchum/i • Berlin

Conversation pieces war ein mehrmonatiges Kooperationsprojekt des Kulturzentrums SKLAD in Suchum/i* und des Berliner Architektur-Kollektivs raumlabor im Jahr 2016. Nach Ausstellungsprojekten, regelmässigen Filmabenden und mehreren Diskussionsveranstaltungen im seit Oktober 2015 bestehenden Kulturzentrum entschieden sich die Kuratorinnen des SKLAD mit der Unterstützung von artasfoundation, den öffentlichen Raum ins Zentrum des nächsten Kooperationsprojektes zu stellen (siehe auch Projekt Curator's initiative).


Der öffentliche Stadtraum in Suchum/i zeigt zahlreiche Spuren des Krieges, es gibt verlassene, unbenutzte und unterschätzte Orte an zentralen Plätzen, aber auch Architektinnen, Aktivisten und Kulturschaffende, welche ihre Stadt gestalten wollen. Eine Kooperation mit dem raumlabor Berlin, welches sich in Städten der ganzen Welt mit dem Raum zwischen Stadtbauten und den Gewohnheiten und Bedürfnissen von Bewohner_innen auseinandersetzt, sollte dafür Impulse geben und neue Ideen entstehen lassen.


Die Kooperation startete mit einem Online-Austausch über das Alltagsleben in den beiden so verschiedenen Städten Suchum/i und Berlin (siehe Blogs). Anschliessend reiste der raumlabor-Architekt Marius Busch gemeinsam mit artasfoundation für eine Recherchewoche nach Suchum/i. Architekt_innen und Aktivist_innen des SKLAD organisierten Stadtführungen und Besuche in verschiedenen Handwerksbetrieben, um den Besucher_innen aus Europa einen Überblick über die für die Stadt wichtigen Themen und die vor Ort vorhandenen Baumaterialien zu verschaffen. Gemeinsam wurden Ideen für die Neugestaltung oder Umnutzung von interessanten Orten in der Stadt entwickelt. Einige Wochen später reisten dann die drei Architekt_innen von raumlabor Benjamin Förster-Baldenius, Marius Busch und Claire Mothais an und eine intensive Arbeits- und Bauphase begann.

Die Bauphase stand im Zeichen von Visionen für die Stadt Suchum/i der Zukunft. Gebaut wurden Symbole und Inventar für ein „Institut der Visionäre“, welches Anfang Oktober für ein paar Tage im verlassenen Bahnhof Guma (ehem. Baratashvili) seine Tore öffnete und ein breites Publikum einlud, über Visionen nachzudenken. Neben der symbolischen Beschriftung des Gebäudes und der Rakete „Sklad 2020“ wurde ein grosser Stadtplan installiert, wo die raumlabor-Architekten die Visionen von Passanten einzeichneten, sowie verschiedene Möbel, eine mobile Küche und ein Pingpong-Tisch gebaut, welche alle zum Austausch und Zusammensein im zentralen, schönen und doch oft unbenutzten und verlassenen Bahnhof einluden.

Das Projekt Conversation pieces wurde seinem Titel gerecht – es hat Teilnehmer_innen und Beteiligte zum diskutieren und Visionen entwickeln gebracht. Und es hat allen Beteiligten aufgezeigt, wie viel eine Gruppe von Menschen gemeinsam in Handarbeit und in kurzer Zeit bauen kann. Um eine nachhaltige Wirkung im Stadtzentrum von Suchum/i zu hinterlassen verfolgt die Architekturgruppe des SKLAD ihre Visionen weiter, veranstaltet weitere Vorträge und Filmabende zum Thema und bleibt mit dem raumlabor im Austausch.


Links:


Blog SKLAD
http://remotetown.tumblr.com/


Blog raumlabor
http://thissuperdiversecity.tumblr.com/



Projektkoordinatorin:
Sabine Jenni


* Suchum/i ist die Hauptstadt des international von den meisten Staaten nicht anerkannten Abchasiens. artasfoundation betont, dass die Nutzung von Bezeichnungen und Namen, besonders im Hinblick auf die Konfliktregionen, nicht als Anerkennung oder Nichtanerkennung durch die Stiftung ausgelegt werden sollten. Diese haben in diesem Zusammenhang keinerlei politische Konnotationen.

Kulturzentrum SKLAD

Asida Butba, Tatyana Ergunova
Nasta Agrba, Bislan Bagateliya, Astamur Butba, Amra Chichibaya, Kama Katsiya, Sabina Kharjelia, Alkhaz Kvaratskelya, Saida Lakrba, Astamur Maan, Nadeer Saeed, Omar Shaguch
https://www.facebook.com/skladsukhum

 

raumlaborberlin
Marius Busch, Claire Mothais, Benjamin Förster-Baldenius
http://raumlabor.net/


Heinrich Böll Stiftung South Caucasus
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Abteilung Menschliche Sicherheit des Eidgenössischen Departements für Auswärtige Angelegenheiten
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